„Glückselig der Mann, der mit dem Worte seines Mundes nicht fehlt!“ Sir 14,1

Die Zeiger an der Uhr.
Wie oft des Tages siehst du nicht hin auf die Uhr, um an ihr die Stunde des Tages zu ersehen. Was nun der Zeiger an einer Uhr ist, das ist an deinem Körper die Zunge. Ist deine Zunge stets wohlgeordnet, gebrauchst du die Zunge stets richtig? – Daher schreibt der heilige Jakobus: „Wer mit der Zunge sich nicht verfehlt, der ist ein vollkommener Mann!“ Derselbe schildert dann auch in seinem Briefe, wie schwer es dem Menschen falle, die Zunge, die so klein ist und doch so Großes anrichtet, ganz im Zaume zu halten. Der Herr spricht (Mt 12,34): „Wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund.“ Wenn du daher bei jeder Gelegenheit, bei einer kleinlichen Veranlassung, bei irgendeiner Widerwärtigkeit in der Arbeit von Seiten deines Nächsten in ungeduldige, zornige oder gar Fluch- und Scheltworte ausbrichst, wenn du bei jeder Gelegenheit deinen Mund voll hast von bösem Tadel und liebloser Rede, so ist das ein unverkennbares Zeichen, dass es in deiner Seele nicht mehr richtig aussieht, dass daselbst böse Leidenschaften ihren Sitz genommen. Wenn du mit Freuden jede Gelegenheit ergreifst, wo du von dir etwas Rühmliches sagen kannst, da zeigt der Zeiger der Uhr, deine Zunge, auf eins, das ist auf die erste der sieben Hauptsünden, auf Stolz und Hoffart.

Sorge also mein Christ, dass deine Uhr, das ist dein Inneres, in Ordnung ist, auf dass auch der Zeiger deiner Zunge, recht gehe.

Oft fing ich an:
Zu leben,
Zu streben –
Hab’s wieder aufgegeben …
Oft fing ich an.

Oft fing ich an:
Mich zu bekriegen,
Mich zu besiegen –
Tat unterliegen ..
Oft fing ich an.

Oft fing ich an:
Es war nur ein Träumen,
Ein Zaudern und Säumen,
Jetzt will ich mich bäumen,
Jetzt fang‘ ich an.

Leiden Christi. Jesus wird mit einem Kusse von Judas verraten. Hast du nie durch Schmeicheleien andere zur Sünde verleitet? Hast du nie unter dem Mantel der Freundschaft andere in Betrug oder ins Verderben gestürzt?

Tagesheilige:

  • Hl. Kunigunde, Kaiserin, Nonne + 1039. Sie war die Gemahlin des heiligen Kaisers Heinrich, mit dem sie ein Leben der Gottseligkeit und wunderbarer Tugendhaftigkeit führte. Trotzdem hatte sie viel unter Verleumdungen und falschem Argwohn zu leiden. bis der liebe Gott ihre Unschuld selbst glänzend rechtfertigte.

Nachfolge Christi, 3.B. 28.K.: „Wenn du ein innerliches Leben führst, so wirst du auf flüchtige Worte nicht viel geben!“

Wie geht dein Zeiger? – deine Uhr?