„Ich sah es und machte mir meine Gedanken, ich betrachtete es und zog die Lehre daraus.“ Spr 24, 32

„Liebe heilige Familie von Nazareth,
sei mir gegrüßt! Wo ließe sich ein erhabeneres Vorbild finden oder nur denken? Eine vollkommene Verwebung des „Ora et labora – Bete und arbeite“; überall der sanfte Wohlgeruch des Schweigens, der Ruhe, des Friedens; die Weihe freudigen Arbeitens, geduldigen Leidens und demütigen Entbehrens; der Sonnenstrahl sanfter Liebe, milden Wohltuns; ein Leben, nach außen so schlicht und einförmig, nach innen so voll geistiger Abwechslung; ein Vater, der umhergeht wie der Schatten der Vorsehung, der in vollendeter Geistesruhe, in treuem unerschütterlichem Pflichtgefühl die Sorge für Mutter und Kind auf seinem Herzen trägt und in größter Demut seine Autorität geltend macht; eine Mutter, welche Maria und Martha zugleich ist, aus dem Antlitz des Kindes stets neues Leben und neue Offenbarungen trinkt; ein Kind, welches den Schatz und den Schutz, die Freude und die Lust der Familie bildet. – „Jede Familie, die an diesem Urbilde sich orientiert, wird zu einem Stück Paradies auf Erden, in welchem die Freude, der Friede, die Liebe und die sanfte Geduld wohnen und auch die sturmerregten Wogen des Leidens noch mit Licht besäumen. Das Leben einer solchen Familie mag noch so einfach, eingezogen und verborgen sein, es ist unendlich kostbarer als jedes innen hohle, nach außen sich aufblähende und auslärmende Familienleben; es ist ein Schatz für die menschliche Gesellschaft und ein wertvollerer Beitrag zur Lösung der sozialen Frage als viele sozialpolitische Programme und Reden!“ (Bischof von Keppler)

„Das Gebet ist ein Trost für den guten Engel, für den Satan eine Qual, für Gott ein angenehmer Dienst, die Ausrottung der Laster, die Mutter der Tugenden, der Weg der Erkenntnis, die Nahrung des Vertrauens, die Entzündung der Liebe, das Labsal der Arbeiten, die Pforte des Himmels, die Vernichtung böser Gedanken, die Sammlung in Geisteszerstreutheit, die Vermittlung aller geistigen Güter!“ (Hl. Laurentius Justiniani)

Tagesheilige:

  • Hl. Scholastika, Jungfrau und Äbtissin, gestorben um 542. Sie war die Schwester des heiligen Ordensstifters Benedikt. Ihre Reliquien ruhen neben denen ihres heiligen Bruders im Mutterkloster des Benediktinerordens zu Monte Cassino. Es war im Leben ihre Freude, gottselige Gespräche zu führen und über heilige Dinge sich zu unterhalten. Wie schön wäre das in unseren Tagen noch, wenn bei Zusammenkünften von Männern und Frauen, statt der lieblosen Reden, mehr religiöse Fragen den Gegenstand der Unterhaltung bilden würden.
  • Hl. Wilhelm, Einsiedler in Siena, +1157.
  • Papst Pius XI. +1939, Diener Gottes.

Nachfolge Christi, 2.B. 8.K.: „Von allen, die dir teuer sind, soll Jesus der Geliebte deines Herzens sein!“

Portalinschrift der Kapelle; gebaut über der Werkstätte des heiligen Joseph:
Ora et labora – Bete und arbeite!